Eierlikör? Advocaats Liebling!

verfasst von Endlich Geniessen

Eierlikör? Eine Frage, die immer mit einem Augenzwinkern und Schmunzeln verbunden wird. Lange Zeit war er out, kein Hahn krähte nach Eierlikör. Jetzt tauchen bei obiger gespannter Frage „Eierlikör?“ alte Bilder von Eierlikörnußkuchenklassiker mit Sahne aus den 80iger Jahren und Tantes Kaffeekränzchen mit Spitzendeckchen und feinem Rosenthal Porzellan auf.

Und genau diese belustigten Retro-Heimeligkeit-Erinnerungen an beschwipste ältere Damen am Kaffeetisch sorgt beim Genuß des gelben Klassikers für den Zeitsprungmoment, der uns gleich das Herz erwärmt. Übrigens wird Eierlikör angeblich zu 80 Prozent von Frauen getrunken. Mädelsparty also!

 

Was der Eierlikör mit den Ureinwohnern Brasiliens zu tun hat? Ursprünglich kommt die Idee zum Eierlikör aus Brasilien, dort hieß das Getränk bei den Tupo-Guarani-Indianern, den Ureinwohnern des Amazonasgebiets in Brasilien, „Abacate“ und wurde auf Basis der Avocado gemacht. Die niederländischen Eroberer fanden das Rezept mit Rohrzucker und Rum generell super, hatten aber zurück in Europa leider keine Avocados für ihren „Advocaat“ mehr. Also stellten sie das Getränk dank der zündenen Idee von Herrn Eugen Verpoorten dann mit Eiern nach. Bingo!

 

Eierlikör oder im englischen Eggnogg/ Eggflip selbst gemacht ist absolut easy und kann zur Grundlage vieler, vieler weiteren Rezepte und Desserts mit Eierlikör verwendet werden:  Zum Backen in Eierlikörkuchen, Eierlikörtorte, Eierpunsch, Rompope, Tom & Jerry, Eierlikörtiramisu, zum Espresso, im Kaffee, als Aperitif, in Cocktails, als Eierlikör Creme Brulée… . Außerdem ist der Likör hübsch verpackt wegen dem Retroflash immer ein nettes Gastgeschenk, vor allem zu Weihnachten oder an Ostern.

 

 

Beim Eierlikörherstellen sollte man darauf achten, daß man superfrische Bio Eier verwendet. Das Dotter hat meist ein schöneres Gelb und ist größer. Wenn beim Trennen noch bißchen Eiweiß dranhängt ist das übrigens nicht schlimm, das sorgt für eine festere Konsistenz des Eierlikörs. Das getrennte Eiklar kann man für Makronen, Baisers oder Rühreier verwenden oder prima für später Einfrieren.

 

Damit der Eierlikör auch schön samtig-cremig und nicht zu zäh oder zu flüssig wird, verwendet man zudem am besten Kondensmilch, von Bärenmarke natürlich. Sahne geht auch, dann wird er etwas flüssiger. Durch das richtige Erhitzen dickt der Eierlikör dann schön ein.

Angst vor Salmonellen braucht man nicht haben, weil die Eigelb ja gut erhitzt werden sollen und ausreichend Prozente (der Alkoholgehalt vom fertigen Eierlikör liegt bei zwischen 14 – 20 %) dazukommen. Welcher Alkohol ist Geschmacksfrage, die Herstellung geht sowohl mit Rum, Wodka, Korn und Grappa (der leckere Jacopo Poli Kreme 17 Bomb ist aus Italien und z.B. auf Grappa Basis hergestellt). Das Aroma variiert je nach Alkoholvariante dann ein bißchen. Der Likör sollte allerdings im Kühlschrank unter 12-14 Grad gelagert werden. Haltbar ist der Eierlikör dort etwa vier Wochen. Beim selbstgemachten Eierlikör sollte man vor Genuß die Flasche gut schütteln, weil sich unter anderem die Vanille gerne am Flaschenboden unten absetzt.


Rezept Eierlikör

Zutaten

  • 10 sehr frische Bio Eier
  • 300 g Puderzucker
  • Mark von einer große oder zwei kleine Vanilleschoten (am besten Tahiti-Vanille oder zwei Päckchen Vanillezucker)
  • 350 ml Rum (z.B. Havana Club)
  • 350 ml Kondensmilch (Bärenmarke, was sonst)

 

Zubereitung

Eigelb und Zucker und Vanillemark bei geringer Hitze so lange rühren und gut durcherhitzen (nicht kochen), bis der Zucker aufgelöst ist

2 Minuten auskühlen lassen, dann Kondensmilch hinzufügen und wieder gut durchrühren

Rum dazugeben, durchrühren und abfüllen (eventuell durch ein Sieb)

 

Endlich Geniessen

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