Bauernmarkt in Sineu und der Mercat de l’Olivar in Palma

Bauernmarkt in Sineu und der Mercat de l’Olivar in Palma

von Endlich Geniessen


Der traditionelle Bauernmarkt in Sineu oder der Hochglanz-Mercat de l’Olivar in Palma? Man sollte beide besuchen, wenn man in Mallorca ist. Gerade weil die Märkte nicht gegensätzlicher sein könnten.  Aber gleich vorneweg. Mein persönlicher Favorit ist der Bauernmarkt in Sineu, der so ursprünglich und authentisch ist. 


Auf Mallorca ist für jeden Geschmack etwas dabei

Genau das Prinzip der Gegensätze macht für mich den Reiz bei meinem ersten Inselbesuch auf Mallorca aus. Die Balearen-Insel hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Sei es der Badeurlaub für Familien an den langen, flachen Sandstränden im Norden. Für Finca-Reisende und Individualisten die vielen traumhaft türkisblauen Buchten. Man kann Biken oder Wandern in den Bergen und Schluchten. Wassersportler können Kiten, Surfen oder Bootfahren. Und natürlich finden Trinksportler und andere Sportler am Ballermann oder in Cala Millor ihr Glück. Oder eben Kultursuchende in Palma, dann natürlich die Kathedrale La Seu (katalanisch für “der Bischofssitz”) in Palma. Dort ist es zu Fuß nicht weit zum Mercat de l’Olivar.


Wer will, kann also vieles in einem Urlaub „auf Malle“ verbinden. Ich war dieses Jahr zum ersten Mal und sicher nicht zum letzten Mal auf der Trauminsel, habe einiges an Tapas probiert. Dennoch bin ich mit dem spanische Essen nicht ganz warm geworden, mir waren viele Gerichte zu fett und ich liebe ja ohnehin eher die französische und italienische Küche.  
Was ich aber unbedingt empfehlen kann ist eine leckere original-mallorquinische Ensaimada  und einen guten Kaffee oder ein Bierchen zur Stärkung dazu! Und einen Besuch auf den tollen Märkten der Insel.


Bauernmarkt in Sineu 

Mitten im Herzen von Mallorca liegt auf einem kleinen Hügel das kleine malerische Örtchen Sineu. Früher war der Ort jahrzehntelang sogar die Hauptstadt der Baleareninsel. Logisch, denn Sineu ist aufgrund seiner zentralen Lage von allen Ecken der Insel etwa gleich gut zu erreichen. Und von überall kamen die Bauern und Viehhändler um ihre Waren anzubieten. Einmal in der Woche, nämlich immer Mittwochs, findet dort noch immer mitten in der Stadt der traditionelle Bauernmarkt mit Viehmarkt statt.


Wir sind – entgegen der Empfehlung – am späten Vormittag dort angekommen (Parkplatz war trotzdem zufällig noch frei…). Zu der Zeit ist das Markttreiben auf seinem Höhepunkt. Straßenmusiker verbreiten gute Stimmung in den kleinen verwinkelten Gässchen, die sich steil den Berg hinaufschlängeln. Schirme schützen die Standler und deren Waren auf einfachen Holztischen gegen die Sonne. Es gibt alles was das Herz begehrt und noch mehr: Oliven, eingelegtes Gemüse, Fisch, kandierte Früchte und frisches Obst in Hülle und Fülle.

 

 

 

Gegen Mittag sitzen vor den vielen Bars und Cafes die Einheimischen oder erschöpften Marktbesucher und trinken gemütlich ein Bierchen, essen Tapas und schauen dem Besucherstrom zu. Dennoch: Wer es irgendwie zeitlich schafft, sollte den Markt mit seinem urtümlichen Flair unbedingt recht früh am morgen oder kurz vor Schluss gegen Mittag besuchen, dann lichtet sich der Ansturm wieder. Nette Idee beim Flanieren gesehen: Die Einheimischen stellen neben dem Käse Schaf, Kuh- oder Ziegenfiguren auf.

 

 

 

Übrigens ist das einer der wenigen Märkte, auf dem noch lebende Tiere verkauft werden. Dieser Teil befindet sich etwa auf halber Höhe vom Markt und ist im Wesentlichen überdacht, so daß das Vieh gegen die Sonne geschützt ist. Bei unserem Besuch war nur weniges Federvieh da. Trotzdem finde ich es beklemmend, wenn man die armen Hühner ihre letzten Stunden fristen sieht. Ganz widersprüchlich dazu warten einige Meter weiter einige Tierschutzorganisationen auf, die mit kleinen Hunden im Zwinger oder Eseln für ihre Arbeit werben und um Spenden bitten. Tja, eine Insel der Gegensätze.

 

Weiter und weiter nach unten schlängelt sich der Markt, andere Bands spielen, banalere Stände, mit viel Kleidung, wirklich schönen Lederwaren und Taschen für die Shopping Kings und Queens… . Und dort gibt es sehr feine spanische Spezialitäten. Saftigen Mandelkuchen, Bunuelos, Empandas …. .

 

 

 

Der Mercat de l’Olivar

Als Kontrastprogramm zum Bauernmarkt in Sineu empfehle ich den Mercat de l‘Olivar in Palma am Placa de l’Olivar Nummer 4 mitten in Palma. Die Markthalle in Palma ist piccobello sauber, auf Hochglanz gestylt und topmodern mit Rolltreppe ins erste Stockwerk. Einen Fischmarkt gibt es auch, den habe ich leider übersehen, also keine Fotos vom Fisch. Ein wirklicher Super Mercat, der im Gegensatz zum Bauernmarkt von Sineu aber schon fast steril wirkt. Meterweise liegen Berge von Obst und Gemüse aus, getrocknete Früchten oder Metzgerware aller Art – hier gibt es alles was die Insel eben hergibt und das im Überfluß. Ungezählte Schinkenkeulen, Fleisch und Wurst hängen neben und hinter den Verkäufern und liegen in so riesiger Anzahl in der Auslagen, daß es einem gruseln kann. Also der Anblick ist nichts für Vegetarier oder Veganer. Wer aber Fleisch liebt, der wird hier glücklich und sich im Paradies finden.  


Aber es wird natürlich auch reichlich Obst, kandierte Früchte, Käse und Oliven angeboten. 
Kleine Tapas an den Marktständen lassen einen bei einem kleinen Glas Rotwein dazu den Trubel auf den Straßen Palmas draussen kurz vergessen. Also auch ein Markt für Geniesser. Fazit: Mindestens einmal im Leben muss man Mallorca mit seinen Märkten besucht haben. Dann ist man sowieso Inselfieber gepackt und will unbedingt wieder zurück. 

 

 

 

Endlich Geniessen

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